Archive für November 2008

Saisonende in der Naturstation. Tiere überwintern im Schmittenstollen.

Winterschlaf im Schmittenstollen

Die Naturstation in Bad Münster am Stein-Ebernburg beschließt ein sehr erfolgreiches Jahr.

Als am 19.Oktober der Ausstellungsbetrieb schloss, weil die meisten Tiere in Winterruhe gehen, blickte der Vorstand zufrieden auf die Entwicklung der ersten vollständigen Saison seit Gründung 2007 zurück.

„In dieser Saison konnten wir über 6000 Besucher zählen. Niemand hatte mit so einem Echo gerechnet. Mit unseren Einnahmen können  wir unseren Eidechsen, Ringelnattern, Gelbbauch-Unken und Feuersalamandern  neue Terrarien beschaffen und einrichten. Sie werden den Besuchern noch besser Lebensraum und Verhalten vermitteln, als das bisher (aus Geldmangel) möglich war“, sagt der Kassierer des Trägervereins, Matthias Wernhöfer.

Der gesamte Vorstand weiß aber auch, wem er diesen Erfolg –neben dem aktiven Kurator Hajo Gellweiler- zu verdanken hat. Es ist das Produkt aus einer harmonischen Zusammenarbeit der Mitglieder des Trägervereins und – das muß an dieser Stelle besonders und dankbar betont werden - der wohlwollenden, fördernden Güte von Bürgermeister und Stadtverordneten. Sie brachten ihren Respekt gegenüber der Naturstation vor der erbrachten Leistung deutlich zum Ausdruck und krönten ihr bisheriges Entgegenkommen mit einem sehr  projektfördernden Mietvertrag. Er wird in diesen Tagen von beiden Parteien unterschrieben und stellt das „Unternehmen Naturstation“ auf feste Füße. Darüber hinaus finanziert die „Stiftung Rheingrafenstein“ wesentliche Sanierungsmaßnahmen. Etwa die Installation von Heizkörpern und einer Wasserversorgung.

Die Naturstation erhielt darüber hinaus direkte finanzielle Unterstützung von (in alphabetischer Reihenfolge) BUND, Nabu, Regionalbündnis Soonwald-Nahe und zahlreichen Mitgliedern, die mehr als ihre 12€ Jahresbeitrag überwiesen hatten. „Sogar die Kirchen haben ihre Kollekte aus dem ökumenischen „Wein im Park“ – Gottesdienst an uns weitergereicht“, teilt der Vorstand mit und freut sich sehr über diese Art der Anerkennung seines ehrenamtlichen Einsatzes. Ebenso ermutigend wirkten Kleinspenden, bei denen der Eintrittspreis durch Besucher großzügig aufgerundet wurde, wie auch Einnahmen aus den Vortragsabenden und Führungen für Schulklassen, Vereins- und Kindergruppen den Barbestand des Trägervereins nicht unwesentlich erhöhten.

Die jetzige ausstellungsfreie Zeit nutzt der Verein zur Organisation der immer beliebter werdenden Vortragsabende, die 14 tägig Mittwochs abends um 19.30 im Kammermusiksaal des Kurmittelhauses stattfinden. Inzwischen begrüßen wir bereits „Stammgäste“, die den Besuch dieser Abende zu einem festen Bestandteil ihrer Wochenplanung gemacht haben. Sind doch die Referenten allesamt Experten, die spannende Erkenntnisse aus Ihren Forschungs- und Reiseprojekten zu berichten wissen. Es sei erwähnt, dass auch sie in der Regel zugunsten der Naturstation auf das sonst übliche Vortragshonorar verzichten.

Die Naturstation soll nach den Plänen des Vorstandes nicht nur als Ausstellung heimische Reptilien und Amphibien bekannt werden. Und so hat sich in dieser Saison erstmals gezeigt, dass sich das angestrebte  „Netzwerk“ bereits zu entwickeln beginnt: Die Naturstation wird zum Anlaufpunkt regionaler Organisationen, die in ihren Räumen Seminare, Fortbildungsveranstaltungen oder einfach nur „Naturerlebnisse“ durchführen.

„Hätten wir ein Unternehmen gegründet, so wären wir bei den Kreditinstituten sicher gerne gesehene Kreditnehmer. Als gemeinnütziges Unternehmen werden wir aber eher nicht wegen Krediten nachfragen, vielleicht aber unsere Terrarien und Aquarien für Patenschaften anbieten. Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, das den Haushalt des Trägervereins mittelfristig auf eigene Beine stellen könnte“, meint der Vorstand unisono.

Die abnehmende Tageslänge und verminderte Helligkeit lösen bei den heimischen Amphibien und Reptilien die Winterruhe aus. Zusammen mit der im Oktober stark absinkenden Durchschnittstemperatur verkriechen sie sich in ihre Winterquartiere. Dort sind sie oft zu mehreren in „Überwinterungsgemeinschaften“ anzutreffen, wenn ein besonders günstiges Quartier entsprechend Platz bietet.

In der Naturstation hat Kurator Hajo Gellweiler aktiv vorgesorgt. Amphibien und Echsen schlüpfen unter feuchtes Moos, das kleine Behältnisse gut zur Hälfte füllt. Die Behälter sind abgedeckt, damit die Tiere nicht entweichen können. Die Rotwangenschmuckschildkröten überwintern in einer abgedunkelten Zementwanne, zwischen im flachen Wasser treibenden Eichenblättern. Das verschafft ihnen das Gefühl, sicher und geborgen zu sein. Die Bitterlinge überwintern zusammen mit den Teichmuscheln in einem gegen Frost geschützten Gartenteich. Dort, wie auch im Schmittenstollen,  herrschen über Winter konstante günstige 4-5ºC. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Stollen verhindert, dass die Tiere austrocknen. So ergib sich ein ideales, weil natürliches Winterquartier.

Gez.

Dr. Hartmut Wilke

Vorsitzender

Zugvögel -Stare- bringen nicht nur Rom durcheinander

Ich wurde am 28.10. in Albig von einem riesigen Starenschwarm heimgesucht. Es ist schon etwas her, aber ich will die Bilder trotzdem nicht vorenthalten.Es waren grob geschätzt mehrere 10000 Tiere, die sich  über die Weinberge und Pferdeweiden hermachten. Trockener Kommentar eines Einheimischen: “Da wollte wohl jemand noch Eiswein machen….” Das dröhnende Geräusch beim Auffliegen ist unglaublich, das Gezwitscher ohrenbetäubend. Wenn man neben (besser nicht unter!) einem Baum voller Stare steht, könnte man meinen, es regnet. Trotzdem, als die ganze Bande mit einem Schlag abgehoben ist, hat es mich auch erwischt. Sauerei! Stare über Pferd 

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